2018-11-26

Solang der Herrgott will ...

Noch gibt es die Menschen, die von einer vergangenen Zeit erzählen können, in der harte Arbeit, Armut und ein bescheidener Alltag den Rhythmus vorgaben. Diese Lebenseinstellung haben sich viele unserer älteren Generation bis heute erhalten.

Drei Zeitzeugen aus unterschiedlichen Orten führen uns mitten hinein in ihr Alltagsleben und lassen Tradition und Erlebtes lebendig werden. Dieses einfache Leben wollen sie weiterführen solange, … „solange der Herrgott will“.
Damit dokumentieren wir wertvolle Zeitzeugnisse aus ganz Südtirol, schreiben ein Stück Südtiroler Kulturgeschichte. Die Lebensbilder werden von den Darstellern gelebt, geschrieben und erzählt. Somit bleiben wertvolle Erinnerungen für Interessierte – auch für die junge Generation – erhalten. Der Dokumentarfilm soll auch Wertschätzung für eine Generation erbringen, die Wertvolles geleistet hat.

 

Zu Gast bei:

Frieda Gamper, der Unterschallerbäuerin in Völs:
Das Leben schreibt Geschichte und Geschichten. Das Alter und die viele Arbeit lasten schwer auf den Schultern von Frieda Gamper, der Unterschallerbäuerin in Völs. „I kimm nimma weit“ sagt sie und tatsächlich berührt das Gesicht fast den Boden, so gebeugt geht die Bäuerin und Mutter durch den Alltag. Die Tagesarbeit verrichtet sie im Haus, kocht, wäscht und begleitet den Sohn in aller Herrgottsfrüh in den Stall. Auch vergisst Frieda das tägliche Gebet nie: „Manchmal schlaf ich beim Rosenkranz ein“, gesteht sie und vergisst nicht dankbar zu sein: „Jeden Tag, wo ich aufstehen kann, bin ich heilfroh.“ Der bemerkenswerte Optimismus und die Zähigkeit fehlen nie, der Blick ist nach vorne gerichtet.

Kamerschin, auf den Berghöfen in Pfunders:
Von Kamerschin, dem Weiler in Pfunders, fällt der Blick hinunter in ein Tal, das sich immer noch den ländlichen Charakter behält. Die Umgebung ist geprägt von den Feldern, den Höfen, einem Waldgürtel, der Schutz bietet, der da und dort hinunter ins Tal reicht. Die Bergkulisse ummantelt das Tal, die Gipfel türmen sich auf und bilden einen scheinbar unüberwindbaren Talschluss. Die Ortschaften Weitental und Pfunders liegen uns im sprichwörtlichen Sinn zu Füßen. Steil fallen die Felder unterhalb der Kamerschinhöfe ab, die Hofstellen krallen sich in das unwegsame Gelände, bieten Generationen Auskommen, Schutz und Heimat. Das Erbe der Väter ist Auftrag, Verpflichtung und letztendlich die Bleibe für die Nachkommen geworden. Die Berghöfe bleiben Zeugen einer jahrhundertelangen Pflege der Natur- und Kulturlandschaft.
Generationen haben hier Arbeit, Auskommen und das Zuhause gefunden.

Anton Prenn, Obostock in Mühlwald:
Zusammen mit seinem Bruder Hermann lebt Anton zi Obostock, einem kleinem Anwesen in Mühlwald. Die beiden Brüder teilen sich die Hausarbeit, die Frau am Hof fehlt. Anton lebt mit einer schweren Beeinträchtigung: er ist blind…und zeigt uns, wie er sein Leben trotzdem eigenständig lebt, mit Einschränkungen zwar, „aber nichts zu sehen ist immer besser, als wenn ich nichts hören würde“, meint er. Dafür ist sein Gedächtnis, sein Spürsinn umso ausgeprägter. Er erkennt die Leute an ihrer Stimme, telefoniert und kennt das Geburtsdatum aller Bewohner im Dorf Mühlwald. Jede Woche fährt er mit seiner Betreuerin heraus nach Sand in Taufers, in den Friedhof. Dort betet er am Grab seiner Eltern. Und dann holt er die Milch beim Nachbarn. Auf dem Weg dorthin begleitet ihn Leica, sein Hund.

Homepage: http://www.solang-der-herrgott-will.it/


Produzent: Hubert Schönegger
Regie, Schnitt: Hubert Schönegger
Text, Idee: Hans Rieder
Kamera: Hubert Schönegger, Matthias Schönegger
Musik: Hansjörg Mutschlechner
Ton: Matthias Schönegger
Assistenz: Alexander Zeidler
Koordination: Miriam Rieder, Hans Rieder
Produktion: © geosfilm KG 2018
Länge 47 Minuten
in Zusammenarbeit mit RAI Südtirol


Vorgeführt unter anderem in folgenden Kinos:
Filmclub Bozen,
Odeonkino Bruneck,
Stellakino Brixen,
Cinex Lienz,
Metropolkino Innsbruck

 

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